Werke_5

markus damini mit bild-Kunst in Südtirol
markus damini mit bild, Acryl auf Lwd. 200 x 175 cm.
Bild-Detail-Encaustic
Apnea -Detail, Wachs auf Lwd. 175 x 95 cm.
Oel auf Leinwand
O.T. Oel auf Lwd. 80 x 60 cm.

Zauber einer entzauberten Wirklichkeit

Mit seiner ganzen Existenz hat sich Markus Damini der Suche nach seinem eigenen künstlerischen Ausdruck verschrieben.  Auf dieser Suche bleibt er nicht stehen, sondern lässt sich immer neu beleben von seiner Beobachtung der ihn und uns alle umgebenden Wirklichkeit. Da ist einmal die geschaffene Wirklichkeit der Natur, die sich in Millionen von Einzelteile aufgliedern lässt. Aufgliedern, entschlüsseln – das möchte Damini auch in seinen Bildern: Er nimmt die auf uns eindringenden Sinneswahrnehmungen unter sein „Künstler-Mikroskop“: So kommt es, dass er den Schall, die auf uns überall eindringenden Laute, in Form strahlenförmig angeordneter Punkte darstellt. Ähnlich verfährt er mit den Oberflächen von Schmetterlingen oder Reptilien, ähnlich auch mit der Pusteblume – ein neues Motiv seines Schaffens. Da fühlt man sich von den in Tempera oder auf Leder geschaffenen Bildern an Darstellungen in Physik- und Biologiebüchern erinnert- wenn auch auf freundliche Weise verzaubert.

Damini experimentiert in seinen Bildern; und dabei gehen in seinen aus der Natur gegriffenen Motiven weder das Schöne noch seine ausgefeilte technische Fertigkeit verloren. Seine Bilder stehen im größeren Zusammenhang der Beobachtung des Kosmos: So wollen sie Anregung sein zum Nachdenken über die Entstehung der Wirklichkeit oder darüber, dass in einer noch so kleinen und unscheinbaren Pusteblume ein kleines Universum verborgen liegt – mit seinen Bausteinen, physikalischen, chemischen, biologischen. Oder zum Nachdenken darüber, dass Schall einen kurzen Augenblick unseres Lebens darstellt, dass sich in jedem Augenblick die ganze Ewigkeit widerspiegelt.

Sehr deutlich wird in den Bildern, dass der Mensch zwar im Zusammenhang der Natur steht, also im Zusammenhang der Schöpfung, aber dass ihm oft das von ihm selbst Geschaffene stärker bewusst ist: die Maschinen, die Elektronik, das Erforschbare mehr als das Unerforschbare. Das wird deutlich an der in Einzelteile „entschlüsselnden“ Darstellung der Dinge: Der Mensch möchte Herr der Wirklichkeit sein und die Wirklichkeit durchforschen, in den Bereich des Erfassbaren, des Zählbaren, des Berechenbaren bringen. Aber gerade darin – im scheinbar aufs letzte Erforschten – entdeckt der Künstler einen Zauber, eine geheimnisvolle, uns letztlich doch verborgene Wirklichkeit.

Martin Kammerer

 

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